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„AI Act“: EU gibt strenge Regeln für künstliche Intelligenz vor

Europaparlament und EU Staaten haben sich im neuen AI Act auf Grundlagenregelungen für Künstliche Intelligenz geeinigt. Im Fokus stehen unter anderem Transparenzanforderungen sowie Einschränkungen beim Einsatz für Social Scoring und Biometrie.

  • advomare
  • 10.01.2024
  • Zuletzt aktualisiert am: 10.01.2024

Nach langen Verhandlungen von Europaparlament und den EU-Staaten wurden im Dezember einige Grundlagenregelungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz beschlossen. Mit dem sogenannten „AI Act“ gibt die EU strikte Regelungen vor und startet somit das erste Gesetz überhaupt für den Umgang mit KI. Eine Regulierung sei wichtig, da die Automatisierung eigentlich menschlicher Aufgaben viele Risiken birgt und der in den Softwares verwendete Algorithmus nicht transparent ist.

In den weiteren Schritten werden die neuen Regelungen nun genau ausgearbeitet: Mit dem AI Act soll zukünftig verhindert werden, dass künstliche Intelligenz Vorurteile und Diskriminierung mit übernimmt. Besonders vielseitig nutzbare Software soll genauestens überwacht werden. Der Einsatz von AI zur Massenüberwachung soll verhindert bzw. ausgesprochen streng reguliert werden. 

In den Regeln werden Grundlagenmodelle wie GPT 4 (die Basis von Chat GPT) zentral betrachtet. Dabei werden diese in zwei Gruppen geteilt. Besonders leistungsstarke Modelle, die als „hochriskant“ eingestuft werden, erhalten strenge Auflagen. Als solche gelten AI-Modelle, die in kritischen Infrastrukturen und bei medizinischen Geräten eingesetzt werden, sowie für Gesichtserkennung und Biometrie.

Diese erhalten ausführliche Transparenzauflagen: Die genaue Funktionsweise muss dokumentiert sein. Ebenso muss die detaillierte Erklärung zu den Daten, mit denen die KI trainiert wurde, und auch die Einhaltung des EU Urheberrechts festgehalten werden. Zudem muss die Cybersicherheit gegen Manipulation und Hackerangriffe gewährleistet sein.

Künstliche Intelligenz zum Nutzen von Social Scoring soll allgemein verboten, der Umgang mit biometrischen Daten sehr streng reguliert werden. Automatisierte Gesichtserkennung soll von Behörden nur bei besonders schweren Straftaten und zur Terrorabwehr eingesetzt werden.

Auch hohe Bußgelder werden in den neuen Regelungen festgelegt. Bei Verstößen gegen den AI Act können Strafen in einer Höhe von bis zu 35 Millionen Euro drohen.

(Bild: Erstellt mit KI)

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